We Happy Few in der Vorschau: Heute schon deine Dosis Freude eingenommen?

Daniel Nawrat

We Happy Few brodelt schon seit einiger Zeit im Early Access-Kochtopf vor sich hin. Nun ist es aber soweit und es steht kurz vor seiner Veröffentlichung. Wir haben vorab einen exklusiven Blick auf We Happy Few erhalten. Verschaffe dir mit dem folgenden Trailer einen ersten Eindruck vom Spiel.

We Happy Few ABC Trailer.

We Happy Few erzählt die Geschichte dreier mutiger Personen, die versuchen aus ihrem bisherigen von Verleugnung geprägtem Leben zu entkommen. Du befindest dich dabei in Wellington Wells, eine von Drogen getriebene Stadt, die einem retrofuturistischen England der 1960er Jahre anmutet. Deine Aufgabe besteht also darin, dich möglichst unauffällig unter den Rest der Bevölkerung zu mischen. Nicht regelkonformes Verhalten zieht dabei meist schwerwiegende Konsequenzen nach sich.

Du lernst im Verlauf des Spiels die düstere Vergangenheit der Stadt kennen und erlebst dabei alles aus den Augen von Arthur, Sally und Ollie. Deren unterschiedliche Perspektiven sind jedoch miteinander verflochten und jeder von ihnen verfügt auch über bestimmte Stärken und Schwächen. Dadurch spielt sich We Happy Few immer anders, wenn du in die Rolle eines neuen Charakters schlüpfst.

Was hat sich seit dem Early-Access getan?

Laut Aussagen der Entwickler eine Menge. Das neuste Update konzentriert sich dabei insbesondere auf die Erweiterung der Story. Es wurden zahlreiche neue Begegnungen sowie neue Zwischensequenzen für jeden der drei spielbaren Charaktere implementiert. Das war jedoch nicht alles, da auch zahlreiche neue Features Einzug in das Game erhalten haben. Beispielsweise war ein sehnlicher, wenn auch merkwürdiger, Wunsch seitens der Fans, dass man bewusstlose Körper aufheben und herumwerfen kann. Diese Funktion haben die Entwickler daraufhin tatsächlich eingebaut. Selbstverständlich wurden aber die bestehenden Inhalte nochmal poliert.

Am Survival-Aspekt von We Happy Few wurde auch ordentlich geschraubt. Die Entwickler haben sich unter anderem stückweit von einem Hardcore- zu einem Softcore-Spiel bewegt. Der Kampf ums Überleben ist zwar nach wie vor kein Zuckerschlecken aber soll jetzt für deutlich weniger Frust sorgen. Das spiegelt sich vor allem in den zahlreichen Änderungen am Fertigkeitenbaum, den erhaltenen Buffs beziehungsweise Debuffs und dem Ressourcenmanagement wider. Zusätzlich gibt es eine Fast-Travel-Funktion, die dir das Leben ebenfalls leichter machen soll.

„Wir wollten ein Spiel mit Drogen und Masken machen“

Als wir die Entwickler danach fragten, woher die Idee für We Happy Few stammt, war das tatsächlich eine der Antworten, die wir erhalten haben. Natürlich steckt aber deutlich mehr dahinter. Es geht ihnen um das Konzept einer Gesellschaft, in der jeder Mensch Substanzen zu sich nimmt, um zu vergessen. Als Inspiration dienten unter anderem Filme wie „Uhrwerk Orange“ oder aber auch die britische Fernsehserie „Mit Schirm, Charme und Melone“, die genau wie die Handlung des Spiels, ebenfalls aus den 1960ern stammt.

Die zentrale Frage, mit der sich das Spiel auseinandersetzt ist, wie sich die Bewohner von Wellington Wells an bestimmte Momente ihres Lebens erinnern. Gleichzeitig soll aber auch beantwortet werden, warum sie bestimmte Erinnerungen verdrängen möchten. Inwiefern spielen da Drogen jetzt also eine Rolle? In We Happy Few steht die gesamte Bevölkerung unter dem Einfluss einer psychotropen Substanz – Freude. Die beeinflusst jedoch maßgeblich die Psyche sowie die Wahrnehmung der Menschen. Die unheimlichen Masken dienen dabei als Symbol für das anhaltende künstliche Lächeln. Dieses lässt sich in diesem Fall auch nicht aus dem Gesicht wischen, selbst wenn sie wollten.

Dürfen wir vorstellen: Arthur, Sally und Ollie

Zu Beginn schlüpfst du in die Rolle von Arthur. Der Brite ist auffällig unscheinbar und würde von den meisten Bewohnern von Wellington Wells wahrscheinlich nicht weiter beachtet werden. Diese Eigenschaft ist aber tatsächlich eine seiner Stärken. Eines Tages entschließt Arthur sich nämlich dazu auf seine tägliche Dosis Freude zu verzichten, wird blöderweise aber kurze Zeit später direkt deswegen erwischt. Diese Tat gleicht in seiner Welt einem schlimmen Verbrechen und als er deswegen auch noch aus dem Paradise District gejagt wird, ist er nun gezwungen abzutauchen.

Der nächste Charakter stellt das genaue Gegenteil dar. Sally gilt als das It-Girl von Wellington Wells und ist zudem eine brilliante Chemikerin. Diese besondere Fähigkeit nutzt sie auch, um ihre eigene spezielle Version von Freude zu mischen. Trotz ihres hohen Ansehens innerhalb der Gesellschaft, hat sie ein dunkles Geheimnis. Sollte dieses jemals ans Licht kommen, würde sie das vermutlich ihr Leben kosten.

Der letzte im Bunde ist Ollie. Ein mürrischer Schotte, dessen einziger Begleiter seine imaginäre Freundin Margarette ist. Er ist außerdem ausgebildeter Soldat und hat auch während des Krieges gedient. Im Verlauf der Geschichte enthüllt er dann ein schlimmes Geheimnis über das Victory Memorial Camp. Dadurch wird sein Verstand auf die Probe gestellt und er beginnt seine Vergangenheit zu hinterfragen.

Die Charaktere unterscheiden sich aber nicht nur in ihren Persönlichkeiten voneinander, sondern spiegeln ihre jeweiligen Stärken und Schwächen in den entsprechenden Fertigkeitsbäumen wider. Arthur wäre in diesem Fall der klassische Allrounder, der alles kann aber nichts so richtig. Sally ist aufgrund ihrer zierlichen Statur hingegen nicht gerade die beste Kämpferin. Dafür gleicht sie das aber mit ihrem Wissen über Chemie aus und kann Gegner beispielsweise mit eigens angefertigten Spritzen betäuben. Ollie ist aufgrund seines militärischen Hintergrunds dafür ein hervorragender Kämpfer und bevorzugt hier vor allem schwere Waffen, die ihn dafür aber auch langsamer machen.

Jetzt erstmal eine Tasse Tee

Neben der Story bietet dir We Happy Few aber auch ein ausgereiftes Survival-Abenteuer. Du musst dich nämlich ständig um verschiedene Ressourcen wie Durst, Hunger oder deine Ausdauer kümmern. Gegen den Durst hilft dir beispielsweise Wasser, jedoch musst du vorher erst ein passendes Gefäß dafür finden. Du kannst es aber auch auf die englische Art machen und dir ebenso eine Tasse Tee genehmigen, wofür du aber auch erstmal die passenden Utensilien finden musst.

Wenn dein Charakter hungrig ist, musst du dich als Spieler natürlich ebenfalls darum kümmern und was essbares auftreiben. Manchmal ist das dann eben der verschimmelte Apfel. In diesem Fall hat das aber schwerwiegende Konsequenzen, die es vorher abzuwägen gilt. Deinem Charakter wird nämlich tatsächlich schlecht und er erhält auch einen entsprechenden Debuff. Du als Spieler bekommst das ebenso zu spüren, da deine Sicht verschwimmt und dein Charakter sich immer wieder übergibt. Fast schon ein bisschen zu realistisch.

Du kannst es jetzt schon kaum erwarten bis We Happy Few erscheint? Mit diesen Survival-Games kannst du dir die Wartzeit etwas verkürzen.

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Irgendwas stimmt hier doch nicht

Die offene Welt innerhalb von We Happy Few wird prozedural generiert und somit sehen die Level bei jedem Spieler anders aus. Diese Mechanik existiert aber nicht ohne Grund und ist sogar mit der Story verbunden. Sollte dein Charakter mal sterben, verliert er auch sein Gedächtnis und kann sich somit auch nicht mehr genau daran erinnern, wo beispielsweise die Kirche in Wellington Wells steht. Das sorgt in Kombination mit den verschiedenen Charakteren natürlich für eine Menge Abwechslung und dir als Spieler sollte dadurch auch nicht so schnell langweilig werden.

Das ist aber nicht das Einzige, das sich im Verlauf des Spiels ändert. Du kannst dich nämlich dazu entschließen Freude einzunehmen. Das wirkt sich dann ähnlich wie im echten Leben auf deine Wahrnehmung aus. Plötzlich sind die Straßen von Wellington Wells regenbogenfarben und du bekommst völlig neue Dialoge von Menschen aus deiner Umgebung zu hören. Dabei solltest du aber immer darauf achten, wie viel Freude du zu dir nimmst. Stichwort: Überdosis!

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Fazit

Worauf freuen wir uns also am meisten bei We Happy Few? Einerseits hört sich die Story super spannend an. Welche dunklen Mysterien verbergen sich hinter der Geschichte von Wellington Wells? Welche Geheimnisse haben die einzelnen Charaktere Arthur, Sally und Ollie? Gepaart mit den zahlreichen Surival-Mechaniken des Spiels, stellt das wirklich eine interessante Kombination dar.

Außerdem sind sämtliche Dialoge durch die verschiedenen englischen Akzente der Charaktere wirklich unterhaltsam und auch sehr humorvoll. Der britische Humor zieht sich weiterhin durch das gesamte Spiel und wird dir sogar im Interface begegnen. Solch eine Detailverliebtheit spricht definitiv für We Happy Few. Es scheint tatsächlich so als hätte Compulsion Games da etwas Einzigartiges kreiert.

Hier kannst du We Happy Few für die PS4 vorbestellen *

We Happy Few erscheint am 10. August 2018 für PS4, Xbox One und PC. Schmeiß also deine Dosis Freude ein und sag uns anschließend in den Kommentaren, wie toll du das Spiel findest. Kritik wird nicht geduldet. Lächeln nicht vergessen!

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